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copyright  Björn Nussbächer

Im Jahre 2008 arbeitete ich einige Zeit mit Ulay . Dabei erfuhr ich viel von seinem Leben und wie anstrengend es ist eine Beziehung zu führen. Ich lernte viel über nomadische Lebensführung und Künstlerdasein während der Überschreitung von Grenzen. Haben Ulay und Marina nicht ihre ganze Energie in temporäre Orte namens Performances gesteckt , um unsere Sicht auf Kunst nachhaltig zu verändern? Eine Performance ist kein Kunstwerk, welches wir einfach an die Wand hängen ( vielleicht das Foto davon ) Es ist vielleicht eine Kunstform , die der Betrachter nur erahnen kann , die den Performer aber nachhaltig prägt , denn er geht ein Risiko ein , er gibt seine ganze Energie und er überschreitet eine Grenze . Niemand wird wissen , was in ihm wirklich vorgeht und doch wird er etwas über sich lernen , alleine durch den Mut etwas aus seinem inneren zu geben , welches unglaubliche Energien freisetzt und befreien kann , heilen kann.

Es erfordert Mut Künstler zu sein , aber es erfordert nochmal besonderen Mut Performer zu sein , denn jeder Schritt hier entsteht im hier und jetzt und wir können eine Transformation erleben , die nicht mehr rückgängig zu machen ist.
Und was bleibt ? Erzählungen und Erfahrungen , die weitergegeben werden. Verschiedene Blickwinkel auf die selbe Sache ( beinahe wie das Evangelium ) und Fotografie , die neben der Komposition vor allem den Momentum verinnerlicht , das Timing , den Rhythmus am richtigen Ort 
zu sein und zur richtigen Zeit den Auslöser zu drücken.
Ulay war eine sehr authentische Person , eine sehr rebellische Person , der Alles hinterfragt hat und auch kein Blatt vorm Mund genommen hat . Er war ein schöner grosser Mann mit grauen Haaren und er hatte auch eine destruktive Seite über die ich jetzt lieber nicht sprechen möchte.

Er kam durch die Fotografie zur Performance und war ein Reisender zwischen den Welten , immer kritisch , immer provokativ , von vielen nicht besonders gemocht , ein grosser Künstler , auch warmherzig und Fair .Ruhe in Frieden.